Als PR-Berater ist mein Platz hinter den Kulissen: Ich spinne Geschichten, verteile Rollen, knüpfe Kontakte – alles unsichtbar. Doch jetzt stehe ich plötzlich im Rampenlicht.
Grund ist ein geplantes Hotel in meiner Heimatgemeinde Ottensheim: Zwischen dem denkmalgeschützten Schloss und der renaturierten Mündung der Rodl in die Donau soll ein Komplex mit 100 Zimmern entstehen. Direkt neben dem erweiterten Wohnzimmer des Ortes, dem Naherholungsgebiet Rodlgelände. Erreichbar nur durch einspurige Straßen ohne Gehsteige, die der Schulweg für viele Kinder sind. Auch für unsere.
Gemeinsam mit meiner Frau habe ich eine Online-Petition gestartet, und der Erfolg war überwältigend: Innerhalb weniger Tage haben mehr als 1.500 Menschen unterschrieben, davon mehr als 700 aus Ottensheim – einer Gemeinde mit nicht einmal 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Viele Menschen haben uns unterstützt oder uns ermutigt: am Marktplatz, im Bus, am Spielplatz. Und auch die regionalen Medien haben darüber berichtet, dass sich der Widerstand formiert – danke für die gute Zusammenarbeit an Gernot Fohler, Petra Hanner und Manfred Wolf!

Nun haben wir die gesammelten Unterschriften dem Gemeinderat übergeben. Die Begeisterung der Befürworter des Hotels hat sich in Grenzen gehalten, gleichzeitig haben wir viel Zuspruch erhalten. Die Hoffnung ist, dass die Petition der Start für ein politisches Umdenken und damit das Ende des überdimensionierten Hotelprojekts ist. Ansonsten ist sie der Anfang einer großen Widerstandsbewegung.